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Tobias Rollig spricht im Interview Klartext

Nach von Pfuel-Rücktritt: Tüßlinger CSU-Chef wird „CSU nicht wählen“

Bild von Rollig/Logo CSU
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Tüßlings CSU-Chef Tobias Rollig übt deutliche Kritik an der Staatsregierung.

Tüßling - Es rumort in der CSU. Und das gewaltig. Mehrere prominente Parteimitglieder kehrten der Partei bereits den Rücken, zuletzt Stephanie von Pfuel, ihrerseits Ex-Bürgermeisterin von Tüßling und jahrzehntelanges Mitglied der CSU. Wir haben mit dem Vorsitzenden des CSU-Ortsverbands Tüßling, Tobias Rollig, über die Situation gesprochen - ein Gespräch, das sich zu einer Abrechnung mit der Politik der Staatsregierung entwickelte.

Stephanie von Pfuehl (60) hat der CSU den Rücken gekehrt. Still und leise verlässt die ehemalige Bürgermeisterin von Tüßling die Polit-Bühne allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Das langgediente CSU-Mitglied - 45 Jahre war sie in der Partei - rechnet im „Bild“-Gespräch ordentlich mit der Politik der CSU ab. „Menschenverachtend“ sei diese, und „arrogant“. Bezugnehmend auf die Corona-Maßnahmen spricht sie von „Schikanen“, sowie davon, dass sich die Politik auch nicht dafür interessiere, wie es Kindern, Schülern, Jugend und Alten gehe.

Es ist eine Abrechnung mit ihrer ehemaligen Partei. innsalzach24.de hat bei Tobias Rollig, dem Vorsitzenden des CSU-Ortsverbandes Tüßling nachgefragt, wie man dort zu den Äußerungen steht. Rollig berichtet, dass er bereits vor einigen Wochen mit von Pfuel gesprochen habe. Nicht nur das: Er unterstütze ihre Aussagen voll und ganz - gerade auch, was die Situation von Kindern und Jugendlichen anbelange.

„Werde die CSU bei Bundestagswahl nicht wählen“

Man merkt ihm die Unzufriedenheit mit der derzeitigen Situation deutlich an. Gleich zu Beginn stellt er klar: „Ich werde die CSU bei der Bundestagswahl nicht wählen!“ Das sitzt. Im Grunde genommen kann man den Vertrauensverlust in seine eigene Partei nicht deutlicher zum Ausdruck bringen. Rollig führt aus: Was die Staatsregierung und die Koalition aus CSU und Freien Wählern betreibe, sei fernab jedweder Realität. Wiederholt spricht er von einer „Unfähigkeit der Politik“ - davon, dass sie den Kontakt weder zur Bevölkerung noch zur Lokalpolitik suche.

Was ihm ebenfalls sauer aufstößt, ist die Corona-Kommunikation. „Beamte in Ministerien“ seien für bürokratische Regelungen verantwortlich zu zeichnen, welche dann von Landratsämtern umgesetzt werden müssten. Dieser Kritikpunkt Rolligs wurde in letzter Zeit von anderer Stelle ebenfalls oft vernommen - auch der Würzburger Landrat Thomas Eberth (CSU) äußerte sich ähnlich. Er - Rollig - wisse, wovon er spreche. Er arbeite im öffentlichen Dienst, er kenne die Situation in den Landratsämtern. „Die stehen da an vorderster Front“ und müssten mit den bürokratischen und nicht selten unverständlichen Ministeriums-Schreiben zurande kommen.

Hier nachlesen: Traunsteiner Landrat Walch entwickelt Öffnungs-Konzept

Bürger wieder ins Boot holen - Appell an Staatsregierung

Die Devise müsse nun lauten, die Bürger wieder ins Boot zu holen, und den Kontakt zur Lokalpolitik und der Basis wieder aufzunehmen. Er kenne die Stimmung in der Bevölkerung, sei täglich mit Bürgern in Kontakt. Hier ginge das Verständnis für die Maßnahmen verloren. „Was es braucht, sind weitere Lockerungen und klare Perspektiven“, so Rollig. Die derzeitige Vorgehensweise sei „eine Blamage für Bayern und Deutschland“.

Rollig legt Wert auf die Feststellung, dass er kein Corona-Leugner ist. Er nehme das Virus sehr ernst, auch seine Familie sei von der Krankheit betroffen gewesen. Ihm gehe es mit seiner Kritik um die Art und Weise, wie die Politik mit der Situation umgehe.

Als lobende Beispiele, wie man es machen könne, nennt er etwa Tögings Bürgermeister Tobias Windhorst (CSU), sowie auch Altöttings Landrat Erwin Schneider, welcher klare Initiativen setze.

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Der Tüßlinger CSU-Chef bringt jedenfalls zum Abschluss unseres Gesprächs sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass Leute wie Stephanie von Pfuel vergrault würden und die Partei verließen. Eines scheint jedenfalls gewiss: Der Stimmung in der Partei dürften Abgänge wie diese kaum Auftrieb verschaffen.

dp

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