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Drama am Hochkalter in der Ramsau

Suche beendet - weiter keine Spur von Julian P. (24): „Berg einfach der Stärkere“

Bergdrama Hochkalter
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Martin Emig, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, über das Bergdrama am Hochkalter.

Ramsau bei Berchtesgaden – Seit inzwischen fünf Nächten ist der verunglückte Bergsteiger Julian P. nun irgendwo auf dem Hochkalter. Am Mittwoch (21. September) hatten die Retter Hoffnung geschöpft, als sie seinen Rucksack fanden. Am Donnerstagmorgen (22. September) wurde die Suche fortgesetzt - abermals ohne Erfolg. Die Chancen, Julian in naher Zukunft zu finden, scheinen äußerst gering zu sein.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Suche nach Julian am Donnerstagmorgen erneut fortgesetzt.
  • 12 Retter suchen „in gefährlichstem Absturzgelände“ (Update, 11.20 Uhr)
  • *Video* Polizeisprecher informiert über Einsatzlage (Update 13.15 Uhr)
  • Suche neigt sich ohne Erfolg dem Ende (Update, 15.15 Uhr)
  • Recco-Boje empfängt erneut ein Signal (Update 16.16 Uhr)
  • Suche beendet: „Berg einfach der Stärkere“ (Update, 17.35 Uhr)

Update, 17.35 Uhr - Suche beendet: „Berg einfach der Stärkere“

Die Suche ist beendet: Julian P. konnte abermals nicht gefunden werden. Auch an der Stelle, an dem die Recco-Boje am Donnerstagnachmittag ein Signal empfangen hatte, hatten die Bergretter keinen Erfolg. Der Hubschrauber und die Besatzung sind wieder im Tal. Nun folgt eine Einsatzbesprechung.

Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärte gegenüber einer Reporterin von BGLand24.de in diesem Zusammenhang: „Zum jetzigen Zeitpunkt haben Mensch, Maschinen und Technik alles gegeben und man hat alles probiert. Momentan scheint es so, als sei der Berg einfach der Stärkere.“

Ob am morgigen Freitag nochmal ein Hubschrauber aufsteigen wird, um nach Julian zu suchen, ist derzeit äußerst fraglich. Laut Emig hänge ein weiterer Einsatz von mehreren Faktoren, wie Witterung und Verfügbarkeit von Mensch und Maschine, ab.

Update, 16.16 Uhr - Recco-Boje meldet Signal - Hubschrauber wieder in der Luft

Nachdem um kurz nach 15 Uhr die personenbezogene Suche an diesem Tag eigentlich als beendet galt, hat ein erneuter Hubschrauber-Abflug mit der Recco-Boje die Situation wieder einmal verändert. Offensichtlich hat die Boje an der Steilwand im Suchgebiet ein Signal empfangen. Es ist das erste Signal an diesem Tag - am Mittwoch hatte die Boje zwei Mal ein Signal gemeldet, man konnte in der Folge allerdings nur einen abgestürzten Wetter-Ballon und den Rucksack von Julian finden.

Nun werden doch noch einmal die beiden Teams nach oben auf den Berg geflogen, obwohl das Lawinen- und Steinschlag-Risiko deutlich zugenommen hat. Außerdem drängt bereits wieder die Zeit, wenn man vor der Dunkelheit noch etwas erreichen will. „Das ist für heute der letzte Strohhalm bei der Suche“, erklärte ein Sprecher der Polizei.

Update, 15.15 Uhr - Suche neigt sich auch am Donnerstag ohne Erfolg dem Ende

Die personenbezogene Suche am Hochkalter ist vorerst beendet, auch die andere Besatzung der Bergretter musste ihren Einsatz ohne Ergebnis einstellen - durch die Erwärmung und die Sonneneinstrahlung stieg das Lawinen- und Steinschlag-Risiko deutlich an. Zwei Teams aus Bergrettern der Bergwacht und der Polizei hatten über Stunden nach dem vermissten Julian P. gesucht, ohne Ergebnis.

Ein letztes Mal ist der Polizeihubschrauber „Edelweiß 2“ mit der Recco-Boje vor wenigen Minuten losgeflogen, um vielleicht doch noch das Handy des 24-Jährigen orten zu können.
Es ist für heute der letzte Versuch“, bestätigt Polizeisprecher Martin Emig. Danach werde über die weiteren Schritte entschieden.

Update, 14.35 Uhr - Erstes Team der Bergretter zurück im Tal

Das erste Team der Bergretter ist ohne Erfolgsmeldung wieder im Tal. Ein zweites Team sondiert derzeit noch den Bereich, in dem Julian P. vermutet wird. Während an der Rettungswache der Bergwacht Ramsau die Sonne scheint, herrscht am Hochkalter tiefster Winter. Dementsprechend schwierig und gefährlich ist der Einsatz für die Retter.

Mehr als 1000 Personenstunden wären in den letzten Tagen bei der Suche nach dem 24-jährigen Niedersachsen sicher zusammen gekommen, ist Polizeisprecher Martin Emig überzeugt.

Die Situation ist für die Retter weiterhin sehr belastend. Mit zunehmender Dauer der Suche macht sich auch ein wenig Verzweiflung breit und die Hoffnung bei allen Verantwortlichen sinkt immer mehr. Noch ist nicht bekannt, wie es mit der Suche weitergeht, doch für den heutigen Tag scheint sie sich dem Ende zuzuneigen.

Update, 13.15 Uhr - Videointerview mit Polizeisprecher

Update, 13.25 Uhr - Immer noch keine neue Spur von Julian P.

Auch am Donnerstagmittag gibt es noch keine neue Spur von Julian P. – und das, obwohl bereits um 8.30 Uhr am Morgen die ersten Suchtrupps vom Polizeihubschrauber „Edelweiß 2“ auf den Berg gebracht wurden. Inzwischen sind mehrere gemischte Teams von Bergwacht und Bergführern der Polizei im Einsatz. „Man sucht jetzt den Bereich ab, in dem man am Mittwoch den Rucksack gefunden hat, weil man dort den Vermissten vermutet“, sagte Martin Emig, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, vor Ort gegenüber BGLand24.de.

Emig beschrieb auch den enorm schwierigen Einsatz für die Rettungskräfte: „Das Gelände ist extrem steil, es ist zugeschneit. Das bedeutet zum Beispiel, dass sich die Einsatzkräfte unter Zuhilfenahme von Bohrmaschinen Stände bauen müssen. Es sind extrem schwierige Bedingungen und es ist sehr gefährlich.“ Zudem werde der Einsatz auch immer mehr zu einer psychischen Belastung für die eingesetzten Rettungskräfte – vom körperlichen und zeitlichen Aufwand der vor allem ehrenamtlichen Bergretter ganz zu schweigen. „Es wird gekämpft, den Vermissten ausfindig zu machen. Aber man muss ehrlich sein: mit jeder Stunde schwinden auch die Hoffnungen“, so Emig abschließend.

Update, 11.20 Uhr – 12 Retter suchen „in gefährlichstem Absturzgelände“

Die Recco-Boje konnte das Handy von Julian P. bisher nicht orten. Dafür sind zwölf Bergretter von Polizei und Bergwacht auf rund 2400 Meter am Hochkalter und suchen nach dem vermissten 24-Jährigen. Wie bei einer Lawinensuche, wird die Stelle an der Julian P. vermutet wird, absondiert. Die Schneehöhe in diesem Bereich beträgt bis zu zwei Meter. „Nach wie vor bewegen wir uns im gefährlichsten Absturzgelände bei hochwinterlichen Verhältnissen“, betonte Rudi Fendt von der Bergwacht Ramsau gegenüber BGLand24.de. Dennoch hoffen die Retter, dass sie den 24-Jährigen im Laufe des Donnerstag finden.

Der am Mittwoch eingesetzte Eurofighter der Bundeswehr war auf einen Antrag der Bundespolizei auf Unterstützung zum Einsatz gekommen. Sein Recce-Pod-System kann Menschen orten, die sich eingegraben haben und reagiert dabei auf sehr geringe Wärmeunterschiede. Allerdings brachte dieses System bei der Suche nach Julian P. keine neuen Erkenntnisse, weswegen weiter mit der Recco-Boje gesucht wird, während die Bergretter die vermutete Unfallstelle absuchen.

Update, 9.55 Uhr - Hubschrauber auf dem Weg zum Berg

Am Morgen ist während der Einsatzbesprechung ein Hubschrauber auf dem Sportplatz in der Ramsau gelandet. Mittlerweile ist der Polizeihubschrauber „Edelweiß 2“ wieder gestartet. Er bringt nach und nach zwei Teams der Bergwacht zu der Stelle, an der am Mittwoch der Rucksack des Vermissten gefunden wurde. Die Retter der Bergwacht treffen dort erstmal Sicherungsmaßnahmen, um dann genauer nach Julian P. suchen zu können. Auch die Recco-Boje soll erneut zum Einsatz kommen.

Update, 8.20 Uhr - Das ist der Einsatzplan für Donnerstag

Eine Reporterin von BGLand24.de ist inzwischen vor Ort eingetroffen. Aktuell läuft die obligatorische Einsatzbesprechung der Retter. Der grobe Einsatzplan für Donnerstag (ab etwa 8 Uhr) steht jedoch bereits fest. Dieser lautet, das Gelände unterhalb des noch am Abend geborgenen Rucksacks mit Bergrettern im Gelände abzusuchen. Bedingt durch umherziehende Wolken war es am Mittwochnachmittag-/-abend nicht mehr möglich, weitere Einsatzkräfte am Berg per Winde abzusetzen, die das Gelände unterhalb des Rucksacks seilgesichert absuchen hätten können.

Neben dem Polizeihubschrauber „Edelweiß 2“ mit der Recco-Boje am Lastenseil und einem Transporthubschrauber der Bundespolizei zur Verlegung von Einsatzkräften war am späten Nachmittag auch ein Eurofighter der Luftwaffe über dem Hochkalter unterwegs, um die Retter mit zusätzlicher Ortungstechnik und hochauflösenden Luftbildern zu unterstützen. Die Auswertung dieser Bilder soll am Donnerstagmorgen vorliegen.

Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter

Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter. © Bergwacht Ramsau/BRK BGL
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter. © Bergwacht Ramsau/BRK BGL
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter. © Bergwacht Ramsau/BRK BGL
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter. © Bergwacht Ramsau/BRK BGL
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter. © Bergwacht Ramsau/BRK BGL
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter. © Bergwacht Ramsau/BRK BGL
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter. © Bergwacht Ramsau/BRK BGL
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter
Große Suchaktion mit Eurofighter und Hubschrauber am Hochkalter. © Bergwacht Ramsau/BRK BGL

Zur Unterstützung steht seit Mittwochmittag den Einsatzkräften in der Ramsau auch ein großer Transporthubschrauber der Bundespolizei zur Verfügung, der je nach Lageentwicklung mehrere Bergretter gleichzeitig auf den Hochkalter fliegen und mit der Winde absetzen könnte. Einsatzkräfte der Bergwachten Ramsau und Berchtesgaden stehen zudem komplett mit Eisgerät und Lawinen-Notfallausrüstung an der Wache bereit, um bei einer Ortung sofort die Rettung durchführen zu können.

Der Vorbericht:

Am Donnerstagmorgen (22. September) gegen 8 Uhr soll die groß angelegte Suchaktion – sofern es die Wetterverhältnisse vor Ort zulassen – fortgesetzt werden. Auch wenn die Hoffnung, den jungen Maschinenbauer aus Hannover noch lebend zu finden, inzwischen wohl schwindend gering ist. Schließlich befindet sich der junge Mann seit inzwischen fünf Tagen und Nächten auf rund 2500 Metern Höhe – und das bei widrigsten Bedingungen mit Neuschnee, Kälte und Wind. BGLand24.de hatte zuletzt am Mittwochabend groß über das Schicksal des 24-Jährigen berichtet (Plus-Artikel). Dabei räumte ein Ramsauer Bergretter ziemlich offen ein, dass „eigentlich keiner damit rechnet, dass er noch lebt!“ Der Plan für Donnerstag lautet, das Gelände unterhalb des noch am Mittwoch geborgenen Rucksacks mit Bergrettern im Gelände abzusuchen.

Bislang nur Wetterballon und Rucksack gefunden

Dabei hatten die Einsatzkräfte am Mittwoch, als nach tagelangem Warten das Wetter endlich aufriss, mehrmals Hoffnung geschöpft. Am Vormittag hatte die eingesetzte Recco-Boje erstmals angeschlagen und ein Signal geortet. Als sich Retter dort abseilten, fanden sie jedoch nur einen abgestürzten Wetterballon. Und damit ging es wieder von vorne los. Am Nachmittag bestätigte die Bergwacht dann den Fund des Rucksacks des 24-Jährigen – von dem jungen Mann selbst fehlt aber weiterhin jede Spur.

„Dadurch, dass wir den Rucksack gefunden haben, wissen wir jetzt eine gewisse Bahn, in der der Vermisste sein könnte“, hatte Bergwachtler Rudi Fendt gegenüber BGLand24.de erklärt. Sollte die Suche am Donnerstag fortgesetzt werden können, dürfte möglicherweise auch die Auswertung von Daten eines Eurofighters helfen, der am Mittwoch das Suchgebiet überflogen hatte und mit der radar- und wärmegestützten Spezialkamera ausgerüstet ist. Auch darüber hatte BGLand24.de bereits berichtet (Plus-Artikel).

+++ Über den weiteren Fortgang der Suchaktion berichtet BGLand24.de hier ggf. live im News Ticker +++

Alleine zu hochalpiner Tour aufgebrochen

Der 24-Jährige war am Samstag (17. September) alleine zu der hochalpinen Tour am Hochkalter aufgebrochen – und hatte laut Medienberichten zuvor wohl nur wenig Bergerfahrung gesammelt. Nach einem Sturz auf dem schon im Sommer anspruchsvollen und mit leichteren Kletterstellen versehenen Normalweg hatte er in etwa 2500 Metern Höhe einen Notruf abgesetzt. BGLand24.de berichtete bereits.

In dem Notruf sprach er nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes, zu dem die Bergwacht gehört, zunächst davon, sich beide Arme gebrochen und am Kopf verletzt zu haben, gab aber in einem späteren Telefonat zu, dass er doch nicht ernsthaft verletzt sei. Aber er befinde sich in absturzgefährdetem Gelände und es sei so steil und rutschig, dass er sich kaum halten könne. Am Abend riss der Handykontakt dann ab. Seitdem bangt ganz Deutschland um das Schicksal des jungen Mannes.

mw/cz

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