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Nach Plädoyer der Familienreferentin

Der Umwelt zuliebe: Gemeinde Aschau am Inn bezuschusst Mehrwegwindeln

„Einfach zu handhaben“ – Familienreferentin Bärbel Bischoff hatte Anschauungsmaterial in die Sitzung mitgebracht, um ihre Gemeinderatskollegen umfassend zu informieren.
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„Einfach zu handhaben“ – Familienreferentin Bärbel Bischoff hatte Anschauungsmaterial in die Sitzung mitgebracht, um ihre Gemeinderatskollegen umfassend zu informieren.

So faktenreich und engagiert schilderte Familienreferentin Bärbel Bischoff die Vorzüge von Mehrwegwindeln, dass der Aschauer Gemeinderat gar nicht anders konnte, als ihren Antrag auf finanzielle Unterstützung zur Nutzung dieser umweltschonenden Variante zu befürworten.

Aschau am Inn – Zweieinhalb Jahre lang werden Kinder in der Regel gewickelt. Geschieht dies mit Wegwerfwindeln, fällt in dieser Zeit nicht weniger als eine Tonne Müll an. Bei 31 Geburten im Jahr 2020 kommt auch in Aschau eine Menge zusammen. Das könnte man vermeiden – mit Mehrwegwindeln. Familienreferentin Bärbel Bischoff (AWG) schilderte deren Vorzüge so engagiert und faktenreich, dass der Gemeinderat gar nicht anders konnte, als ihren Antrag auf finanzielle Unterstützung zur Nutzung von Mehrwegwindeln zu befürworten.

Einfach zu handhaben

Eine Bürgerin, die bereits auf die umweltschonende Variante setzt, hatte Bischoff auf das Thema aufmerksam gemacht. Und die Familienreferentin informierte sich umfassend. Mehrwegwindeln seien längst nicht mehr das, was sie mal waren. Heute gebe es ausgeklügelte Systeme mit guter Passform und modernem Design. „Die Handhabung ist so einfach wie bei den Einwegwindeln.“

Sie seien problemlos in der Waschmaschine zu waschen. Und so strapazierfähig, dass sie auch von mehreren Kindern nacheinander getragen werden könnten.

Eltern sparen Geld und schonen die Haut der Kinder

1000 bis 2000 Euro geben Eltern für Wegwerfwindeln pro Kind aus. 350 bis 700 Euro koste dagegen die Neuanschaffung von Mehrwegwindeln. „Eltern sparen also Geld.“ Die Windeln schonen zudem die Haut der Kinder, die laut Auskunft von Hebammen auch früher trocken seien.

Ökobilanz deutlich besser als bei Wegwerf-Variante

Vor allem fällt die Ökobilanz der Mehrwegwindeln deutlich besser aus als bei der Wegwerf-Variante, die eine Menge Ressourcen verschlinge. Nicht weniger als zehn bis 15 Prozent des Restmülls in den Tonnen machen sie nach den Informationen der Familienreferentin aus. Ihre Entsorgung macht Probleme. Die Windeln landen in Verbrennungsanlagen. Die chemischen Inhaltsstoffe werden entweder vorher herausgewaschen oder müssen als giftige Filterstäube nach der Verbrennung endgelagert werden.

Zuschuss wird bei 200 Euro gedeckelt

Auch Bischoff weiß, dass nur ein Teil der Eltern den Zuschuss in Anspruch nehmen wird. In Gars, wo es den Zuschuss schon seit dem Sommer 2020 gibt, habe sich bislang noch niemand bei der Gemeinde gemeldet.

„Mir ist aber wichtig, dass wir in Aschau anfangen, mehr für die Umwelt zu tun“, begründete sie ihren Antrag. Im Gemeinderat erntete sie keinen Widerspruch. Der Zuschuss für Mehrwegwindeln sei sicher sinnvoller, als Müllsäcke für die Wegwerfwindeln kostenlos zur Verfügung zu stellen, findet etwa Andreas Kölbl.

Gesprächsbedarf gab es bei der Höhe des Zuschusses. Soyen und Wasserburg übernehmen jeweils 50 Prozent der Kosten für eine Erstausstattung und deckeln den Zuschuss auf 240, beziehungsweise 250 Euro. Für eine ähnliche Größenordnung sprachen sich auch mehrere Gemeinderäte aus. Auf Vorschlag von Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) wurde der Zuschuss einstimmig auf höchstens 200 Euro gedeckelt. Das Geld gibt es bei Vorlage der Rechnung.

Aschauerin bietet Schulung mit Mehrwegwindeln an

Die Gemeinde übernimmt zusätzlich auch die Kosten für eine Info-Veranstaltung, bei der eine Aschauer Bürgerin, die schon Erfahrung mit Mehrwegwindeln gesammelt hat, Eltern schult.

Auch pflegebedürftige Senioren können Zuschuss in Ansporuch nehmen

„Die Mehrwegwindel kann kommen“, schloss Weyrich die Diskussion. Den Zuschuss können auch pflegebedürftige Senioren, beziehungsweise deren Angehörige in Anspruch nehmen, die auf Mehrwegwindel-Systeme setzen. Dafür hatte sich Seniorenreferent Hans Baumgartner (SPD) eingesetzt.

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