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„Ich bin schockiert“

Hammer bei Münchner Löwen: 1860 wirft Kapitän Mölders raus - Shitstorm im Netz

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Seit vielen Jahren mit der Burg Hohenaschau verbunden

Vier Generationen im Urlaub: Wie der verstorbene Vater auf besondere Weise immer dabei ist

Schon seit ihrer Kindheit kommen Gaby, Christine (hinten) und Bärbel mit ihrer Mutter Heidy Ullrich ins Schloss Hohenaschau. Die Bank erinnert an ihren verstorbenen Vater Hans.
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Schon seit ihrer Kindheit kommen Gaby, Christine (hinten) und Bärbel mit ihrer Mutter Heidy Ullrich ins Schloss Hohenaschau. Die Bank erinnert an ihren verstorbenen Vater Hans.

Bayerische Musik läuft im Hintergrund, Heidy Ullrich (86) sitzt auf ihrer neuen Themenbank unterhalb des Schlosses Hohenaschau. Neben Ullrich hat ihre Enkelin mit ihrer eine Woche alten Tochter Holly Platz genommen. Die restliche Familie steht verstreut um das neu eingeweihten „s‘Ullrich Bankerl“

Aschau im Chiemgau – Man redet, lacht, knabbert an Brezen, stößt mit Saft und Aschauer Bier an. Eben ein Familienfest, an dem Ort, der für die Familie Ullrich fast wie ein zweites zu Hause ist. Im Gedanken der Angehörigen ist Hans Ullrich, in dessen Namen die Bank gestiftet wurde.

Die Familie pflanzte zu Ehren des 1984 verstorbenen Ehemanns von Heidy Ullrich einen kleinen Busch neben der Bank. An dessen Wurzeln befindet sich ein Teil der Erde vom Grab Hans Ullrichs.

Neben der Bank hat die Familie einen kleinen Busch gepflanzt mit ein wenig Erde vom Grab des Vaters.

Familienurlaub in Aschau ist Tradition

„In den 70er Jahren kamen wir mit der Familie drei Mal nach Aschau und in den vergangenen 20 Jahren jedes Jahr“, erzählt Heidy Ullrich. Da Hans Ullrich bei der Bundesfinanzverwaltung gearbeitet hatte, können die Ullrichs Urlaub auf der Burg Hohenaschau machen. Hier werden Zimmer über das Sozialwerk der Bundesfinanzverwaltung angeboten.

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Heidy Ullrich stammt ursprünglich aus Basel in der Schweiz und ist aufgrund ihres Mannes Ende der 50er Jahre nach Deutschland gezogen. Das sei damals nach dem Krieg noch etwas Besonderes gewesen, erinnert sich Ullrich, aber „eine große Liebe schafft alles“.

Liebe schafft alles

Die Liebe hält vor allem zusammen und genau das merkt man bei der Familie Ullrich, die mehrheitlich im baden-württembergischen Inzlingen wohnt. Die Familie lebt die Gemeinschaft. Ein Urlaub samt Töchter, Enkelkinder und Urenkel im Schloss Hohenaschau ist jedes Jahr geplant. „Der Urlaub in Aschau steht immer an erster Stelle“, sagt Heidy Ullrich schmunzelnd.

Die Idee zur eigenen Bank hatte ihre Tochter Bärbel Ullrich. Sie hatte im Fernsehen gesehen, dass Patenschaften für die Aschauer Themenbankerl übernommen werden können. Sie setzte sich mit Herbert Reiter von der Tourist Info Aschau in Kontakt.

Bankerl unterhalb des Schlosses

„Ich bekomme noch Gänsehaut, wenn ich dran denke, mit welcher Euphorie und Herzlichkeit mich Herr Reiter empfangen hat“, sagt Bärbel Ullrich. „Mir ist es wichtig, dass die Menschen Freude an ihrem Urlaubsort haben“, sagt Reiter. Er hatte ebenfalls die Idee zum Standort der Bank unterhalb des Schlosses. Erst nach einer konkreteren Planung wurde die Mutter Heidy Ullrich mit der Themenbank überrascht, die nicht nur eine Hommage an den Lieblingsort der Familie ist, sondern auch an den verstorbenen Mann und Vater erinnert.

Hans Ullrich verstarb 1984 und habe Bayern geliebt, erinnert sich Bärbel Ullrich an ihren Vater. „Wir haben auf dem Schloss so viel gespielt, aber zur Essenszeit mussten wir alle da sein und gemeinsam Essen.“ Hans Ullrich sei dieser Familienzusammenhalt sehr wichtig gewesen.

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Eine Tradition, die noch heute gelebt wird. „Wir haben bereits ein paar Mal die Tische im Speisesaal zum Abendessen zusammengeschoben. Wir machen schon ein bisschen Unordnung auf dem Schloss“, sagt Heidy Ullrich lachend. Aber man habe ein gutes Verhältnis zur Verwaltungsfamilie Pellkofer und ist dankbar, dass man jedes Jahr so gut aufgenommen werde.

Das Schloss ist fast wie ein zweites Zuhause, in dem jede Ecke bekannt ist. Nicht zuletzt, weil die Familie oft „Verstecki“ spielt. In zwei Gruppen zieht die Familie dann durchs Schloss und erschrickt einander.

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„Mein Schwager hat sich mal eine ganz gruselige Maske gekauft und sich ins Fernsehzimmer gesetzt“, sagt Gaby Ullrich.

Graberde des Vaters als Gedenken

Bärbel Ullrich hat sogar ihr Eheversprechen auf dem Schloss erneuert. „Mein Mann hatte während einem Urlaub seinen Ehering im Meer verloren und ich meinen Ehering ein paar Monate später“, da kam die Idee im Preysingsaal nochmal Hochzeit zu feiern. „Bärbel meinte nur, dass wir schöne Kleidung mitnehmen sollen“, so Heidy Ullrich.

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Die Hochzeitsfeier war eine Überraschung für die restliche Familie, selbst für den Mann. Die gemeinsame Tochter Vanessa hatte sich als Priester verkleidet und neu gemachte Ringe wurden ebenfalls ausgetauscht.

Die Verbundenheit zum Schloss Hohenaschau spiegelt sich in der Themenbank der Ullrichs wider. Schreiner Kurt Wildner aus Aschau gestaltete die vertikalen Streben nach den Türmen des Schlosses. Die Bank unterhalb des Schlosses lädt auf dem stufigen Weg zum Verweilen ein. Von ihr blickt der Spaziergänger direkt auf das imposante Gebäude mit seinen charakteristischen rot-weißen Fensterläden.

„Mein Mann hat das Schloss sehr geliebt“, sagt Heidy Ullrich. Deswegen auch die Bank in seinem Gedenken. Neben der Bank hat die Familie einen kleinen Busch gepflanzt. Mit Erde vom Grab des verstorbenen Mannes und Vaters und damit eine weitere Erinnerung geschaffen.

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