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„Ich bin schockiert“

Hammer bei Münchner Löwen: 1860 wirft Kapitän Mölders raus - Shitstorm im Netz

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Hohe Reparaturkosten und Schneemangel bereiten Sorgen

Trotz Schneemangel und Reparaturkosten: Bernau will den Kinderskilift in Kraimoos retten

Generationen von Bernauern haben auf dem Hügel in Kraimoos ihre ersten Brettlversuche unternommen. Die Mehrheit des Gemeinderats will die kleine Liftanlage weiterbetreiben und sucht Unterstützer für die Reparaturen.

Bernau – Die beiden CSU-Gemeinderäte Franz Schnaiter und Peter Steindlmüller scheuten es in der jüngsten Sitzung, angesichts des immer häufigeren Schneemangels, die notwendigen Investitionen von bis zu 10.000 Euro in die kleine Skiliftanlage Kraimoos zu stecken. Die Mehrheit des Gremiums hielt daran fest. 17 Gemeinderäte stimmten bei den beiden Gegenstimmen dafür, den Kinder-Schlepplift zu ertüchtigen und weiter zu betreiben. Nun werden Unterstützer und Spender gesucht.

100 Meter lange Piste für Anfänger

„Unser Kinderskilift im Ortsteil Kraimoos zuckelt immer bei ausreichender Schneelage los“, steht im Internet auf der Bernauer Gemeindeseite beschrieben. 80 Meter weit bringt der Lift die kleinen Ski- oder Snowboard-Anfänger über den Hügel hinauf. Von dort sausen sie über 100 Meter Piste wieder hinunter. „Ideal für erste Übungsschwünge“, so die Gemeinde Bernau.

Unzählige Bernauer Kinder haben auf diesem Hügel ihre ersten Brettl-Versuche unternommen, darunter auch in den 90er Jahren die heutige Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU), wie sie den OVB Heimatzeitungen erzählt. Im Jahr 1987, als Lenz Steindlmüller Bürgermeister wurde, habe es den Skilift schon gegeben. Zuletzt war der Lift im Jahr 2019 gelaufen.

Die Anlage war laut Auskunft der Bürgermeisterin einst von der Skischule Kaufmann gekauft worden und lief vorher in Gschwendt als Kinderlift.

Drei Skilifte in den 70er Jahren

Christian Kaufmann erinnert sich, dass er mit zehn Jahren schon am Skilift Kraimoos gefahren sei, wie er den OVB Heimatzeitungen berichtet. Das war 1975. Seine Eltern hätten in den 70er Jahren zwei Lifte in Gschwendt und einen in Kraimoos betrieben.

Wann aber welche Anlage gekauft worden sei, könne er nicht mehr nachvollziehen. Er weiß nur, dass seine Eltern in späteren Jahren einen Skilift an die Gemeinde verkauften, weil sich der Betrieb nicht mehr rentiert hatte.

Leider nagt jetzt, Jahrzehnte später, der Zahn der Zeit an der Liftanlage. Bauhofleiter Marcus Praßberger berichtete in der Gemeinderatssitzung, dass der TÜV seit Jahren das Kabel bemängelt. Ebenso schilderte er Senken im Gelände der Liftspur. „Den Kindern rutscht dann wieder der Bügel rauf“, sagte er. Versuche, die Senken mit Schnee auszugleichen, hätten nichts gebracht.

Bürgermeisterin Biebl-Daiber erklärte, dass die Mitarbeiter des Bauhofs den Lift jedes Jahr zum Winter hin aufstellen. Fünf Mann seien zwei Tage lang beschäftigt. Mit dem Lift fielen jährlich etwa 1300 bis 2500 Euro Defizit an. „Nichtsdestotrotz ist das ein riesen Spaß für die Kinder“, ergänzte sie.

Die Mitglieder der Bernauer Skiläufervereinigung (SLV) würden wieder unterstützen, berichtete sie weiter. Der Lift war bisher immer an den Wochenenden und Feiertagen geöffnet. SLV-Vorsitzender Sepp Genghammer erklärt auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung, dass der Verein in den vergangenen Jahren – soweit die Schneelage den Skibetrieb überhaupt zugelassen habe – ehrenamtlichen Leute gesucht und eingeteilt habe.

Die Helfer hätten kassiert, den Liftbetrieb betreut und überwacht. „Also sich darum gekümmert, dass die Kinder am Lift keinen Unsinn machen, keine Unfälle passieren und bei Bedarf beim Einsteigen geholfen“, schildert Genghammer.

Aufbau und TÜV benötigen Vorlauf

Gemeinderat Severin Ohlert (Grüne) wollte von Marcus Praßberger wissen, wie kurzfristig der Lift aufgebaut werden könne. Der Bauhofleiter antwortete, dass der Lift bei trockenem Herbstwetter aufgebaut werden müsse für die TÜV-Abnahme.

Katrin Hofherr (SPD) sagte: „Der Skilift gehört schon irgendwie zu Bernau.“ Woraufhin die Bürgermeisterin darauf hinwies, dass der TÜV wegen des Kabels schon seit Jahren vertröstet werde. Matthias Vieweger (CSU) erklärte, er hebe seine Hand nicht dafür, dass der Lift aufgegeben werden solle.

Thomas Deinzer (SPD) erkundigte sich, wie marode die Lift sei. Marcus Praßberger antwortete, das 800 Meter lange Kabel sei vermutlich von Feuchtigkeit angegriffen, das habe die Elektroprüfung ergeben, und der Antriebsmotor sei 25 Jahre alt.

Sponsor für das Kabel gesucht

Pia Ostler (Grüne) machte einen Vorschlag, der allgemein auf Zustimmung stieß. Sie meinte, ob man sich nicht einen Sponsor für das Kabel suchen könne. Biebl-Daiber sprach von einer guten Idee.

Sascha Klein (WMG) wollte wissen, was passiere, wenn der Lift kaputt gehe und ob man dann einen neuen kaufe. Dies verneinte die Bürgermeisterin. Im Nachgang erklärte sie der Chiemgau-Zeitung auf Nachfrage, dass sich bereits der erste Spender gemeldet habe. Er werde den Graben fürs Erdkabel ausheben.

Eine weitere Möglichkeit sei, über ein so genanntes Crowdfunding Spenden zu sammeln. Wer die Reparaturen beim Kinderskilift in Kraimoos unterstützen will, meldet sich am besten im Rathaus.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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